Gemeinsam mit der Designagentur studiogusto und dem Tech-Konzern Microsoft hat die Dombaubauhütte ein Projekt vorgestellt: Unter dem Namen „Michelangelus“ zieht die Handschrift des Renaissance-Künstlers Michelangelo Buonarrotti kostenfrei in das Programmpaket Microsoft 365 ein. Aus über 500 Glyphen, die aus persönlichen Briefen, Notizen und den Proportionsmustern von Michelangelos architektonischen Werken gebildet werden, ist das historische Erbe des Künstlers in eine funktionale Typografie übersetzt worden. Was kulturell als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart gedacht ist, entpuppt sich beim Blick in deutsche Klassenzimmer als bittere Ironie.
Im Umfeld der Landtagswahlen in Deutschland und der Midterms-Wahlen in den USA wird darüber diskutiert, welche Aufgaben und Macht die Medien haben, die auch als „vierte Gewalt“ bezeichnet werden. Kardinal Reinhard Marx (DBK-Medienbischof 2021–2026) appellierte dazu an katholische Medienschaffende, die Verteidigung der Meinungsfreiheit und Vielfalt als höchste Verantwortung des Journalismus anzusehen.
Vor einer Woche endete die Frankfurter Buchmesse 2026. Gemeinsam mit unserem Partnerportal explizit.net sprach kath.de mit dem Katholischen Medienverband über die Lage des Buchmarktes und das in den Messehallen alles beherrschende Thema Künstliche Intelligenz, das längst auch in den katholischen Verlagen angekommen ist. Auch wenn der deutsche Buchmarkt schrumpft, gab es in Frankfurt auch positive Signale.
Bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda betonte der Vorsitzende Bischof Heiner Wilmer: „Wir können Frankreich nicht kopieren. (…) Aber ich glaube schon, dass wir von Frankreich lernen können.“ In Frankreich ist ein Zustrom junger Menschen zur katholischen Kirche sowie ein starker Anstieg der (Erwachsenen‑) Taufen und Firmungen zu verzeichnen. Dies ist auch eine gute Nachricht für Deutschland, auch wenn die Herausforderungen anders sind. Dafür gibt es hier andere mutmachende Zeichen. Allerdings braucht dies auch Mut zu Veränderungen.
In der letzten Woche beschäftigte sich die Deutsche Bischofskonferenz im Rahmen ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda bei einem Studientag mit dem Thema Künstliche Intelligenz und der Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. Dabei wurde deutlich: „KI wird die Kirche verändern“ (Bischof Heiner Wilmer), ob sie will oder nicht. Denn sie ist bereits mittendrin.
Die Debatte um ein „Social-Media“-Verbot für Minderjährige hat zuletzt an Fahrt aufgenommen, da Bundesfamilienministerin Karin Prien ihre Forderung nach einer Altersgrenze für soziale Medien bekräftigt und ein „Sofortprogramm“ angekündigt hat. Aber sind Verbote wirklich eine nachhaltige Lösung? Der Deutsche Ethikrat äußerte Bedenken, ebenso wie Vertreter:innen der evangelischen und katholischen Kirchen. Und ein Modellversuch in Australien bekräftigt diese.
Demokratien brauchen Orte, an denen unterschiedliche Positionen respektvoll aufeinandertreffen. Medien schaffen solche Orte und ermöglichen zudem Kontrolle, Transparenz und einen öffentlichen Diskurs. Dafür setzt sich die Kampagne „Demokratie braucht viele Stimmen“ ein und betont: „Künstliche Intelligenz unterstützt Menschen – aber ersetzt nicht die Verantwortung.“ Diese liege mehr denn je bei den Journalist:innen.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erschütterte vor einer Woche das politische System in Deutschland. Die Kirchen reagierten schnell und mit einer seltenen Einmütigkeit und Klarheit. Dabei wurde deutlich: Aufgeben ist keine Option. Denn es steht zu viel auf dem Spiel. Und die Kirchen werden dabei einen wichtigen Beitrag leisten müssen.
„Ich war verwundert, warum in der Nacht noch Licht in der Kirche brennt, und daher bin ich hereingekommen. Dass Kirche so etwas anbietet, hat mich positiv überrascht.“ Diese Worte stammen von der Teilnehmerin bei einer Nacht der offenen Kirchen in Bochum. Gestern fand dort eine Neuauflage der Kirchennacht unter dem Motto „Gemeinsam in Vielfalt“ statt. Dabei wurde deutlich: Kirche(n) sollten stets offen, manchmal überraschend, aber immer einladend sein.
In dieser Woche kam die Nachricht, dass die erste Sitzung des „Synodalen Ausschusses“ im November abgesagt wird, da noch keine „recognitio“ aus Rom vorliegt. Von Mitgliedern der bisherigen Synodalversammlung und Verbänden wird dies als Rückschritt angesehen. (Kirchen‑) Reformen sind aktuell dringender, denn je. Doch kann manchmal auch die Tugend der Geduld der bessere Weg bei Verhandlungen mit dem Vatikan sein?