Das
Abenteuer der Nachfolge
Zweite Entscheidung
Von Dr. Dieter Eckmann, Tübingen
Das
Kino im Kloster Alpirsbach, Diözese Rottenburg-Stuttgart
Wie mein Lichtspielhaus zum Gotteshaus
wurde
Michael Graff über seine Berufung
zum Kinopfarrer
Mitten im Schwarzwald „hinter den sieben Bergen" hat ein katholischer Gemeindepfarrer vor wenigen Jahren eines der besten deutschen Kinos in Gang gebracht: Subiaco. Inzwischen gibt es nicht nur das „Mutterhaus", das Kino im Kloster in Alpirsbach, sondern Filialen in Schramberg und Freudenstadt. Weit über 50 ehrenamtliche Filmvorführer sorgen dafür, dass pro Jahr gut 2000mal für mehr als 35.000 Zuschauer gespielt wird. Stolze Zahlen, doch kommt dabei Gott ins Spiel, wie das Leitwort der Berufungspastoral 2004 formuliert? Wie versteht der 55jährige Priester und Kinopfarrer Michl Graff seine ungewöhnliche Berufung?
Das Jahr der Berufung in der Diözese Augsburg
Am Vorabend des 1. Advent hat Bischof Viktor Josef Dammertz ein Jahr der Berufung für die Diözese Augsburg ausgerufen. Unter dem Motto „Gott ins Spiel bringen" soll Berufung ein Kirchenjahr lang den Grundton der Seelsorge angeben und von möglichst vielen Seiten aufleuchten.Pfarrer Herbert Kohler, der Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche, Augsburg, beschreibt das Projekt.
Betriebsseelsorger
Unsere Sehnsucht verweist auf den, der uns ins Leben ruft.
Berufung, was ist das? Etwas, was zum Leben dazukommt oder es vielleicht sogar einengt? Sr. Magdalena Morgenstern (36), Franzis-kanerin von Sießen, Diözese Rottenburg-Stuttgart, die in Assisi im Haus Casa della Pace lebt, entfaltet eine andere Vorstellung von Berufung. Sie geht von dem Ansatz aus, den P. Martinelli ofmcap, Professor an der Franziskaneruniversität „Antonianum“ in Rom, entwickelt hat und den er in seinem Buch „Vocazione e stati di vita del cristiano. Riflessioni sistematiche in dialogo con Hans Urs von Balthasar“ (LAURENTIANUM, Roma 2001) ausführlich darlegt. Um das Konzept wenigstens in seinen Hauptlinien annähernd skizzieren zu können, folgt auf dieser Doppelseite der erste, auf den Seiten 20-21 der zweite Teil des Artikels.
Christliche Berufung meint Umkehr zum ganzen Leben.
Berufung, was ist das? Im ersten Teil dieses Beitrags auf den Seiten 16-17 führte Sr. Magdalena Morgenstern aus, dass das Leben selbst schon Berufung ist. Das Leben ist ein Zeichen für den ganz Anderen, der mich ins Leben ruft und der zugleich die Sehnsucht meines Lebens ausmacht. Das Leben selbst aber kann diese Sehnsucht nicht stillen, selbst im Idealfall nicht, viele Erfahrungen sind sogar das genaue Gegenteil von Erfüllung. Dieser Widerspruch findet in Christus seine Lösung und jeder Christ ist berufen, Seine Sendung zu leben, Ordenschristen stellen darüber hinaus die Gestalt Christi selbst dar, indem sie seine Lebensform übernehmen.
Die Berufung Samuels
Die Geschichte der Berufung Samuels (1 Sam 3,1-10, vgl. den Text auf S. 22) spricht heute viele an, die auf der Suche nach ihrer Berufung sind, aber auch jene, die andere bei dieser Suche begleiten. Barbara D. Leicht vom Kath. Biblewerk Stuttgart legt die Stelle aus.
Berufung“ im Kontext gesellschaftlicher und kirchlicher Wirklichkeit
Von Dr. Gertrud Pollak, Mainz
Bei der Jubiläumsfeier zum 75-jährigen Bestehen der Gebetsinitiative für geistliche Berufe in Freiburg i.Br. (vgl. S. 15) hielt Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, Mainz, einen viel beachteten Vortrag. Mit freundlicher Genehmigung der Referentin wird der Vortrag hier mit einigen größeren Kürzungen und (neuen) Überschriften wiedergegeben.
Dr. Viktor Josef Dammertz, Bischof von Augsburg, ist Vorsitzender der Kommission „Geistliche Berufe und kirchliche Dienste“ der Deutschen Bischofskonferenz und damit auch zuständig für das Päpstliche Werk für geistliche Berufe (PWB) in Deutschland. Er schreibt für die WEGBEREITER - Leserinnen und -Leser zum 75jährigen Jubiläum des PWB:
Es gibt eine große Vielfalt an neuen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen, von denen in diesem Heft nur sehr wenige zur Darstellung kommen können. Darüber hinaus ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass ganz kleine, überschaubare Berufungsgemeinschaften entstehen, die in kein bisher bekanntes Schema passen. Ein Beispiel dafür ist die Franziskusgemeinschaft in Leutwitz bei Bischofswerda, Sachsen (vgl. S. 2-3). Dr. Rainer Birkenmaier, Direktor des „Zentrums für Berufungspastoral“ (ZfB), Freiburg, nimmt dieses Phänomen wahr und gibt eine Deutung, die er als einen Beitrag zum Gespräch versteht.
Dr. Rainer Birkenmaier, der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral in Freiburg hat schon 1992 in der Broschüre Das Netz der Berufung neu knüpfen fünf Dimensionen der Berufung beschrieben. Inzwischen gewinnt dieser Ansatz immer mehr an Bedeutung. Im folgenden sind seine Ausführungen gekürzt wiedergeben.
Eine geistliche Berufung wächst nicht im luftleeren Raum. Da sind Menschen, die durch ihr Vorbild wirken, da ist jemand, der sich ansprechen läßt, der nach Orientierung und Begleitung sucht. Rainer Lührmann (27) schildert, was für ihn geistliche Begleitung auf seinem Berufungsweg bedeutet hat. Zur Zeit ist er in Sögel, Diözese Osnabrück, als Diakon in Vorbereitung auf die Priesterweihe tätig.
Auf der Jahreskonferenz 1998 der Beauftragten für die Berufungspastoral fand ein weiter Ansatz von "Berufung" viel Zustimmung. So heißt es in einem internen Text der Konferenz: "Wir erkennen einen Übergang von einer Pastoral der Werbung zu einer Pastoral der Persönlichkeitsentwicklung, die darin besteht, Menschen und besonders junge Menschen aktiv und mit Wohlwollen zu unterstützen, die eigene Identität zu finden und zu entwickeln." Dr. Sabine Pemsel-Maier legt in verständlichen Worten den theologischen und geschichtlichen Hintergrund dar. Geboren 1962, studierte sie Theologie, Philosophie, Germanistik und Pädagogik, seit 1997 ist sie Professorin für Dogmatik an der Katholischen Fachhochschule Freiburg.
Der eigene Berufungsweg ist etwas sehr persönliches, wo es jemand wagt, darüber Auskunft zu geben, wird etwas sichtbar von Gottes Wegen. Hans Robert Drescher (36), zur Zeit Vikar in Liebfrauen, Ravensburg, war bereit, auf Fragen von P. Werder SDS zu antworten.
Angefangen hatte es in meiner Schulzeit, als ich im Internat der Maristen Schulbrüder war. Hier hatte ich eine Heimat für mehrere Jahre bis zum Abschluß der mittleren Reife, hier lernte ich die Brüder kennen und schätzte ihre menschliche und weltoffene Art.
Ich sollte nach der Schule eine Lehre machen, zuhause im Betrieb meiner Eltern Verantwortung übernehmen und was sonst noch an normalen Erwartungen da war.
In der letzten Nummer des WEGBEREITER ging es an dieser Stelle um Berufung im Alten Testament. Der gleiche Autor, Jesaja Michael Wiegard, Doktorand der Theologie in Münster, macht sich diesmal Gedanken über Berufung im Neuen Testament.
Jeder Mensch, jeder Christ hat eine bestimmte Berufung von Gott. Wer versucht, auf Gott zu hören, der wird auch spüren, was seine Aufgabe in der Kirche ist. So wird jeder kirchliche Beruf, nicht nur der Priester- und Ordensberuf, zur Berufung. Daniela Haller, Dürren bei Wangen im Allgäu, hat auf Umwegen zum Beruf der Religionslehrerin gefunden. Sie berichtet von ihrem Berufungsweg.
Viele Jugendliche fragen sich heute angesichts mangelnder Lehrstellen: "Werde ich überhaupt gebraucht?" Diese Unsicherheit macht Angst. der Religionsunterricht hat die Chance, jungen Menschen zu helfen, mit diesen Ängsten umzugehen. Alois Müller, Realschullehrer und Schulbuchautor in Ellwangen/Jagst, zeigt auf, wie Schüler/innen sich mit ihrer Not auf Jesus hin öffnen können.
Fast jeder kennt die "Klassische" Berufung des Alten Testaments: "Abraham, ziehe fort aus deinem Vaterhaus ...". Aber es gibt eine Vielfalt von Berufungsgeschichten. Was verbindet diese Berufenen miteinander, wie gehen sie mit ihrer Berufung um? Jesaja Michael Wiegard, Doktorand der Theologie in Münster, geht dieser Frage für das Alte Testament nach.
Zum 100. Todestag steht Therese von Lisieux dieses Jahr besonders im Mittelpunkt vieler Veröffentlichungen und Veranstaltungen. Das Bild der Heiligen, die im Alter von 24 Jahren starb, hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, auch ihre Beziehung zum Priesterberuf wird heute in neuem Licht gesehen. Waltraud Herbstrith, Priorin des Edith-Stein-Karmel in Tübingen, beschreibt überraschende Aspekte der Berufung der hl. Therese.