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Die Verantwortlichen der Diözesen Deutschlands für das Päpstliche Werk für Geistliche Berufe lassen sich bei ihrer Jahrestagung 2007 in Würzburg vom Grundanliegen des P. Paschalis Schmid informieren.
P. Leonhard Berchtold, derzeitiger Provinzial der Süddeutschen Provinz der Salvatorianer, nahm die Einladung von Dr. Peter Birkhofer, Direktor des Zentrums für geistliche Berufe in Freiburg, gerne an, im Rahmen der Jahrestagung über den Mitbruder P. Paschalis Schmid zu referieren, dessen Todestag sich an Weihnachten 2007 zum 50. Mal jährt. Natürlich ist eine Jahrestagung immer Gelegenheit zum regen Erfahrungsaustausch über das, was in den einzelnen Diözesen ‚los‘ ist und welche Lichtpunkte sie als Verantwortliche erlebt bzw. mit welchen Schwierigkeiten sie im vergangenen Jahr zu kämpfen hatten. Manche Diözesen konnten vom abgeschlossenen ‚Jahr der Berufung‘ berichten, manche befanden sich noch mitten in den Aktivitäten des Berufungsjahres.
P. Leonhard verwies zuerst auf das Prospekt des PWB Freiburg, das in kurzer und prägnanter Weise die Entwicklung des Werkes dokumentiert und auf die drei wichtigsten Persönlichkeiten hinweist, die im Miteinander etwas ganz Großes ins Leben gerufen haben: Prinzessin Maria Immaculata, Herzogin von Sachsen, die Gründerin des Frauenhilfswerks für arme Priesterstudenten, Salvatorianerpater Paschalis Schmid, der Begründer des monatlichen Gebetstages für die Priester und der selige Domprobst Bernhard Lichtenstein, der als erster in seiner Gemeinde St. Hedwig in Berlin diesen Gebetstag durchführte.
Es ist auch heute noch so: persönliche existentielle Erfahrungen prägen unser Handeln und lassen uns „Not-Wendendes“ erfinden. Der Gründer der Salvatorianer Jordan konnte erst mit 21 Jahren ans Studieren denken und das nur, weil er hilfreiche Leute fand in Kaplan Werber von Waldshut, in guten christlichen Frauen, bei denen er während des Gymnasiums ein warmes Essen bekam. Verständlich, dass Jordan nach seiner Gründung des Salvatorianerordens in Rom die Grundlinie vertrat, junge Leute, die Priester werden wollten, auch ohne Pension unentgeltlich aufzunehmen. Es war für die junge mittellose Gemeinschaft eine gewaltige Herausforderung, auf Gottes Fürsorge zu vertrauen. Das Leben von P. Paschalis war erfüllt von dieser Not: dass es den Eltern kaum möglich war, den Wunsch ihres Buben zu erfüllen, ihn Priester werden zu lassen – weil das Geld zum Studium nicht da war, das damals nötig war. Die Salvatorianer im Kolleg Lochau kamen den Eltern entgegen. Er konnte als 14-Jähriger die Schulbank des Gymnasiums drücken. Als P. Paschalis nach einem Zweitstudium in München selber als Lehrer und Erzieher im Salvatorkolleg Lochau (1919-1924) und danach im Salvatorkolleg Wurzach (1924-1930) eingesetzt war, fand er die gleiche Not vor – immer wieder mussten begabte hoffnungsvolle Buben abgewiesen werden, weil ihre Eltern gar keine Mittel aufbringen konnten. Was ihn beschäftigte, das besprach er mit vielen, und so kam er nach seiner Berufung als Superior und Direktor des neuerrichteten Salvatorverlags mit Prinzessin Immaculata in Kontakt, die ja schon 1926 in Freiburg das Frauenhilfswerk für Priesterberufe ins Leben gerufen hatte. Bei diesem Hilfswerk ging es um das Gebet um und für Priester und deren Unterstützung.
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P. Paschalis ging es zunächst um die Frage: Wie können wir möglichst viele Christen mobilisieren, die finanziell und ideell das Anliegen der Priesterberufe mittragen. Nach seinen konkreten Erfahrungen gab es in den deutschsprachigen Ländern genügend Priesterberufe; es mussten nur die Voraussetzungen für die Entfaltung geschaffen werden. Durch den Bischof von Ermland kam in seine Überlegungen ein neuer, wichtiger Akzent: wir brauchen nicht in erster Linie viele Priester, wir brauchen in unserer Zeit – es nahte schon die Zeit des aggressiven Nationalsozialismus heran – wir brauchen heilige Priester, die sich mit ganzem Eifer in Wort und Tat für die Kirche und das Reich Gottes einsetzen – alles andere ist wenig überzeugend. Hören wir, was P. Paschalis in seinen Erinnerungen an diese entscheidende Zeit zu berichten weiß: „Nach ein paar Wochen besuchte mich die Prinzessin und wir unterhielten uns länger über Priesterheiligung. Als die Prinzessin schon aufstand und gehen wollte, stand ganz plötzlich folgender Gedanke deutlich und klar vor mir: ‚Wie wäre es, wenn man alle Gläubigen unserer Kirche aufrufen würde, jeden Monat einen Tag vollständig aufzuopfern für die Heiligung aller Priester und Priesteramtskandidaten der ganzen Welt?‘ Dieser Gedanke packte offentlichtlich die Prinzessin stark und sie sagte unwillkürlich: ‚Das ist vom Hl. Geist. Jetzt ist es da für die ganze Kirche!‘“ Und P. Paschalis bezeugte dann noch in seiner Niederschrift: „Um verschiedenen wirklich objektiv unrichtigen Veröffentlichungen gegenüber klar und deutlich vor Gott und den Menschen der Wahrheit Zeugnis zu geben, muss ich sagen, dass die Idee und die Anregung zum Priestersamstag mir nicht irgendwie von der Prinzessin in der Unterhaltung beigebracht oder angeregt wurde, nein: er kam urplötzlich und direkt von oben in meine Seele von Gott hineingeworfen: der Priestersamstag (der monatliche Gebetstag für geistliche Berufe) ist ganz Gottes Werk, nur von ihm gegeben.“
P. Paschalis erzählt dann von seinem Wunsch, diese neue Idee mit seinem Generaloberen P. Pankratius Pfeiffer zu besprechen und wenn möglich dem Papst vorzutragen. Es führt zu weit, die Dramatik seines Unternehmens in diesem Rahmen zu schildern. Der Generalobere der Salvatorianer war von der Initiative angetan und motivierte P. Paschalis dazu, Kontakte mit dem Ortsbischof und mit anderen deutschen Bischöfen zu knüpfen. Bischof Bares von Berlin war von der Idee angetan und überzeugte sein Domkapitel so klar, dass Domprobst Lichtenberg schon am nächsten 1. Samstag nach dem Herz-Jesu-Freitag (8. September 1934) den Priestersamstag hielt und den Gläubigen ans Herz legte. Die Zeit für dieses Anliegen war offenbar reif – der Gedanke zündete. Pater Pankratius Pfeiffer, der gute Beziehung zum Vatikan und zum Papst pflegte, übernahm selbst die Aufgabe, diese Initiative Papst Pius XI in einer Privataudienz vorzutragen, und erhielt den ausdrücklichen Segen. Schon 1936 gab es eine eigene Messe für den Priestersamstag, die für die katholische Kirche in der ganzen Welt eingeführt wurde.
Schon bald nach dem 2. Weltkrieg wurde P. Paschalis von mehreren Seiten die Bitte angetragen, diesen Gebetstag auch auf Ordensberufungen auszuweiten. Gerne entsprach er diesem Anliegen, zumal gerade die Ordensleitungen der Schwesterngemeinschaften ihn in der Ausbreitung und Durchführung des ‚Priestersamstags‘ großartig unterstützten.
Es existiert noch ein Brief an Kardinal Wendel vom Februar 1957, in dem P. Paschalis als schwer herzkranker Mann sein Werk für Priester zusammenfasst, und die zusätzliche Aufgabe der ‚Berufsweckung‘ (heute: Berufungspastoral) in der Entwicklung seines Werkes als Vollendung eines Kreises sieht: „Wie würde es mich freuen, wenn meine letzten Lebenstage zum ‚Apostolat der Berufungsweckung‘ etwas beitragen könnten! So scheint der hl. Ring geschlossen zu sein: ‚Weckung der Berufe‘, ‚Unterstützung armer Berufe‘ und ‚Heiligung der Berufe‘. Es lag und liegt mir von den ersten Anfängen des Priestersamstags im Jahr 1934 viel daran, alles im Anschluss an Papst und Bischöfe und meine Ordensoberen ins Leben zu rufen. Das brachte Segen und geborgene Sicherheit.“
P. Leonhard konnte die jetzige Generalsekretärin des Päpstlichen Werkes Baronin Elisabeth zitieren: „Eine entscheidende Frage ist, wie wir möglichst viele Leute neu mobilisieren können, um an diesem großen weltweiten Werk mitzuarbeiten!“
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