Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
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Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Die Basilika und die Prozessionsliturgie



Gottesdienste konnten erst dann in Kirchen gefeiert werden, als die christliche Religion nicht mehr verfolgt wurde. Um den christlichen Kult öffentlich zu begehen, konnten die Christen allerdings nicht die Tempelarchitektur der Römer und Griechen übernehmen, denn dann hätten sie öffentlich demonstriert, dass ihr Gott nur ein neuer Gott innerhalb des römischen Götterhimmels wäre. Zudem waren die Tempel keine Versammlungsräume, wie sie der christliche Gottesdienst mit seinen Lesungen und der Predigt erforderte. Die Christen wählten für ihre Kirchenarchitektur ein nicht religiös besetztes Modell, die Königshalle, die Basilika, von griechisch "Basileus", König. Am Kopfende der Basilika saß der Amtsträger, um Petitionen entgegenzunehmen, Erlaubnisse zu erteilen, Recht zu sprechen. Über dem Sitze des Amtsträgers wölbt sich die Decke zur Apsis, während die Basilika sonst flach eingedeckt ist. Erst die Romanik wölbt den ganzen Kirchenraum ein. Aber schon in der Basilika symbolisiert die Wölbung den Himmel. In diesen symbolischen Himmel ist die Autorität, meist der Kaiser, gemalt bzw. als Mosaik sichtbar, der die Entscheidungen des Amtsträgers wirksam werden lässt. Diese Konzeption ließ sich leicht für das christliche Grundverständnis umsetzen. In der Ausbuchtung am Kopfende der Basilika sitz der Bischof, mit dem Gesicht zur versammelten Gemeinde gewandt. Über ihm findet sich nicht ein Kaiserbild, sondern eine Christusdarstellung, oft als Guter Hirte, mit Schafen, die die Gläubigen repräsentieren. Da der Kirchenraum vorrangig für die Feier der Eucharistie konzipiert wurde, denn für den Taufritus wurden eigene Taufkapellen gebaut, musste nur noch ein Altar im vorderen Teil der Halle aufgestellt werden. Da die Bischöfe, nachdem Konstantin die christliche Religion 313 mit dem Edikt von Mailand zugelassen und Theodosius I. sie 390 zur Reichsreligion erhoben hatte, den Status hoher Beamter hatten, entsprach die Königshalle wohl der Vorstellung der damaligen Zeit, wie ein Gottesdienstraum aussehen sollte. In Trier kann man eine Basilika, eine Königshalle für die Repräsentation des Kaisers aus römischer Zeit besichtigen. Kaiser Konstantin hatte sie gebaut. Heute dient sie der evangelischen Gemeinde als Kirchenraum. Konstantin selbst veranlasste selbst den Bau von Kirchen, so der Lateranbasilika in Rom und der Grabeskirche in Jerusalem. Der Bau des Trierer Doms geht auch auf die Zeit Konstantins zurück.

Basilika: Grundstruktur des abendländischen Kirchbaus
Die Basilika hat für die ganze abendländische Kirchbaugeschichte den Grundriss vorgegeben. Die Romanik entwickelt die Basilika weiter, indem sie ein Querschiff hinzufügt, das in seinem Schnittpunkt eine Kuppel ermöglicht. Die Gotik entwickelt den kreuzförmigen Grundriss der Romanik eher stilistisch weiter. Sie löst die Wände in große Fensterflächen auf. Der Barock hält, auch wenn Kirchen den Grundriss einer Ellipse haben, an der Längsausrichtung des Gebäudes fest. Nur die Renaissance konzipiert sog. Zentralbauten, die aber nicht stilbildend wurden. Das hat darin seinen Grund, dass ein Altar im Zentrum des Raumes nicht der Dynamik der abendländischen Liturgie entspricht. Denn die Basilika als Grundmodell eines christlichen Gottesdienstraumes hat zur Ausbildung einer Prozessionsliturgie geführt.

Die abendländische Liturgie in der Raumkonzeption der Basilika
Die als Rechteck gebaute Halle gibt, anders als der Rundbau, der Feier eine Richtung vor. Alles ist nach vorne ausgerichtet. Wer eine Kirche betritt, "weiß" durch die Raumkonzeption, dass er sich nach vorne orientieren muss, dort wird das Wichtige stattfinden.
Da man eine Basilika nicht vorne betreten kann, denn dort befindet sich der Sitz des Amtsträgers, betreten die Gläubigen den Raum von hinten. Das gilt auch für den Zelebranten und die Altargruppe, die mit ihm vorne Platz nehmen wird. Der Einzug der Altargruppe markiert den Beginn des Gottesdienstes, der Auszug ihren Abschluss. Durch Einzug und Auszug ist ein Zeremoniell entstanden, das es so weder im Synagogengottesdienst noch in den christlichen Hausgottesdiensten während der Verfolgungszeit gab. Durch den feierlich gestalteten Einzug wie den Auszug wurde ein Ritual zur Grundgestalt der abendländischen Liturgie, das es in vielen Religionen, auch im jüdischen Tempelkult, bereits gab, die "Prozession". Dieses Element entfaltete sich noch weiter, um bestimmte Teile des Gottesdienstes herauszuheben. Die Evangeliumsprozession unterscheidet die Lesung aus einem der vier Evangelien von den anderen Lesungen. Da die Evangelien in unmittelbarem Zusammenhang mit Jesus stehen, sie halten sein Worte fest, berichten über seine Taten, seine Passion und Auferstehung, symbolisiert das durch den Altarraum getragene Evangeliar Christus. Weiter entstand organisch die Gabenprozession, wenn Brot und Wein für die Eucharistiefeier zum Altar gebracht werden. Wenn die Gläubigen dann zum Empfang des eucharistischen Brotes und Weines nach vorne gehen, ist diese Prozession der Höhepunkt, denn nach vorne zu gelangen und etwas empfangen, darauf ist die Raumkomposition der Basilika angelegt. Sie entspricht damit der Dramaturgie der Eucharistiefeier, denn diese zielt auf den Verzehr des gewandelten Brotes und Weines. Der Auszug der Altargruppe leitet den Auszug der Gläubigen ein, denn diese wurden mit den letzten Sätzen der Liturgie in ihre Welt zurück gesandt. "Ite, missa est", "Geht, es ist Sendung" hat im Abendland der Eucharistiefeier den Namen "Messe" gegeben. Wie auch in anderen Religionen werden die Prozessionen durch Gesänge begleitet. Der Einzugsgesang war in früher Zeit der Kyriegesang, später wurde ein eigener Introitus, ein Eingangslied, entwickelt. Die Evangeliumsprozession wird durch den Hallelujaruf und einen Psalmvers herausgehoben, zum Gabengang gibt es in der lateinischen Liturgie das Offertorium, der Kommuniongesang begleitet den Gang nach vorne zum Empfang des gewandelten Brotes. Diese fünf Prozessionen sind in der nach dem Konzil von Trient gestrafften abendländischen Liturgie erhalten geblieben, in den mittelalterlichen Gottesdiensten hat es noch mehr Prozessionen gegeben. s. karolingischer Kirchbau
Das Ritual der Prozession bot der versammelten Gemeinde die Möglichkeit, in dem ursprünglich weltlichen Rahmen der Königshalle eine Liturgie zu feiern. Seit der Romanik sind die Kirchen deutlicher als Sakralräume gestaltet, so dass die Frage entsteht, warum mit den weiter entwickelten Kirchbaukonzeptionen nicht die Prozessionen obsolet wurden. Das ist nicht der Fall gewesen, denn die mittelalterliche Liturgie hat an den Prozessionen festgehalten. Auch das Chorgebet der Mönche beginnt mit einer Prozession, zu der sich die Beter im Kreuzgang versammeln, um dann durch einen Seiteneingang in den Chorraum einzuziehen. Auch in der nach dem II. Vatikanischen Konzil reformierten Liturgie sammelt der Einzug die Gemeinde und orientiert sie auf den Altar. Die Evangelienprozession vermeidet, dass der Wortteil der Eucharistiefeier zur Katechese wird. Die Gabengang zeigt, dass ein Mahl beginnt. Das ist deshalb notwendig, weil Brot und Wein als sinnliche Zeichen nicht mehr so wirken wie bei einer Hausmesse. Sie müssen daher herausgehoben werden - durch eine Prozession. Der Kommuniongang ermöglicht es den Gläubigen, sich auf die Begegnung mit Christus konzentrieren können. Die Prozessionen sind kein typisch christliches Ritual, sie sind aber als Lösung zu sehen, eine Liturgie zu gestalten und die Menschen auf das Evangelium, die Vorbereitung des Mahles und die Begegnung mit Christus zu konzentrieren.
Da die abendländischen Kirchen für eine Prozessionsliturgie gebaut sind, sollte der Besucher einer Kirche, auch wenn er nicht einen Gottesdienst mitfeiert, sich den Raum von hinten her erschließen. Er sollte erst einmal im Eingangsbereich verharren, dann langsam nach vorne gehen. In vielen mittelalterlichen und barocken Kirchen wird er durch ein Bildprogramm begleitet, das die theologische Konzeption des Raumes erschließt.

Die Symbolwelt der Basilika
Die Symbolik eines Kirchenraumes besteht zuerst in der Liturgie. In den Prozessionen bringt sie den Raum zur Entfaltung. Die Liturgie braucht einen Vorsteher und weitere handelnde Personen wie die Lektoren, die Sänger, diejenigen, die die Gaben bereiten und zum Altar bringen. Weiter gehören zur Liturgie die Bücher, die Kerzen, die Geräte zur Aufnahme des Brotes und des Weines. Einen Ambo, ein Lesepult hat es bereits gegeben, wohl aber noch nicht eine Kanzel. Die Christen haben auch die Symbolik des Weihrauchs übernommen, der nach oben zieht und für das Gebet der Gläubigen steht. Gesang und Weihrauch stehen für einen spezifischen Opfergedanken. Der Hebräerbrief nennt das Lob ein Opfer: "Lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen." Kap 13, 15 Es sind also nicht mehr Opfertiere, durch deren Verbrennen man Gott nahe kommen will. Allerdings war das Verbrennen des Opfertieres auch im jüdischen Tempelgottesdienst nicht der Zielpunkt der Feier. Denn Gott wurden nur Teile des Tieres durch Verbrennen übereignet. Von dem, der das Opfer darbringen will, heißt es im Buch Levitikus, Kap. 4:
"Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es am Eingang des Offenbarungszeltes schlachten. Dann sollen die Söhne Aarons, die Priester, das Blut ringsum an den Altar sprengen. Er soll einen Teil dieses Opfers als Feueropfer für den Herrn darbringen, und zwar das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst." (V. 2-4)
Die anderen Teile des Opfertieres sind für den Menschen zum Verzehr bestimmt, so dass schon das alttestamentliche Opfer als gemeinsames Mahl von Mensch und Gott angelegt war. Die christliche Mahlfeier leitet sich allerdings nicht aus dem Opferkult her, sondern von dem Passahmahl, das die Juden zum Gedenken ihrer Befreiung aus Ägypten bis heute in ihren Häusern feiern. Im Mittelpunkt dieses jüdischen Mahles steht das Lamm. Die Christen sehen in Jesus das Lamm, so dass bei der Messe kein Fleisch verzehrt wird. Sie haben vielmehr die beiden Elemente des Mahles, den Brot und den Becher-Ritus, den Jesus besonders herausgehoben hat, als Elemente ihrer Dankesfeier beibehalten. Wie das Passahmahl ist auch das christliche Mahl Dankfeier, Eucharistie, das griechische Wort für Dank, gibt der Feier daher auch den Namen. Deshalb ist der christliche Altar keine Opferstätte, sondern ein Tisch. Feierten die ersten Generationen der Christen das Mahl in den Hausgemeinschaften, brauchten sie für die größer gewordenen Gemeinden entsprechende Versammlungsräume. Deshalb sind Brot und Wein mehr stilisiert, sie werden durch besondere Gefäße, Ziborium und Becher, der durch einen Stil zum < a href="http://www.kath.de/lexikon/symbole_kirchenraum/index.php?page=kelch.php">Kelch geworden ist, herausgehoben. Die Gefäße verdeutlichen den besonderen Inhalt, denn Jesus hat das Brot, das er seinen Jüngern reichte, als seinen Leib, den Wein, den sie aus dem herumgereichten Becher tranken, als sein Blut bezeichnet. Brot und Wein sind daher mehr als Zeichen, sie sind eine besondere Wirklichkeit, nämlich die Gegenwart Jesu. Deshalb werden die restlichen Brotstücke eines eucharistischen Mahles aufgehoben und im Tabernakel verehrt.
Diese Symbolwelt trägt sich durch die abendländische Gottesdienstpraxis durch, sie ist wie die Prozessionsliturgie auch für die heutige liturgische Praxis maßgebend.
Ein unterscheidendes Merkmal der christlichen Königshalle ist ihre Ausrichtung auf Christus. Diese wird einmal durch die Ostung der Gebäude erreicht. Der Chor weist in Richtung der aufgehenden Sonne, Symbol für den auferstandenen Christus. Zugleich liegt Jerusalem, wenn man im Abendland wohnt, im Osten. In dieser Stadt wird die Wiederkunft Christi als Weltenrichter erwartet.
Zwar wird die Raumsymbolik der Basilika erst durch die folgenden Stilepochen entfaltet. Die Ausrichtung des Kirchenraumes auf Christus wird aber bereits durch die Gestaltung des vorderen Teils der Basilika ermöglicht. Die Apsis mit der Auswölbung symbolisiert den Himmel. In die Wölbung wird Christus als der Weltenherrscher (Majestas Domini) oder als guter Hirt eingezeichnet. In seinem Auftrag handelt der Zelebrant. Die Offenbarung des Johannes nimmt die Symbolik des Lammes wieder auf. Jesus erscheint im Bild des Lammes. Daher ist dieses Bild für Christus auch in der Bildwelt der Basilika vertreten.
Die Taufe hatte in den ersten christlichen Generationen eine sehr viel größere Bedeutung. In einem heidnischen Umfeld war man nicht von Geburt an Christ, deshalb wurde der Übertritt zum christlichen Glauben intensiver erlebt. Da die Taufe nicht durch Übergießen mit Wasser, sondern durch Untertauchen gespendet wurde, lag es nahe für dieses Sakrament eigene, kleinere Kirchen zu bauen. s. Taufe, Taufbecken
Von den frühchristlichen Basiliken, die es in den damals römischen Städten gegeben haben muss, ist kaum etwas erhalten. Sie wurden durch neue Bauten ersetzt. Nachdem die germanischen Stämme in der sog. Völkerwanderung den westlichen Teil des römischen Reiches unter ihre Herrschaft gebracht hatten, kam es zu einem Verfall der gesamten Schriftkultur und damit auch einer christlich geprägten Baukunst. Die schriftkundigen Christen zogen sich aus dem Norden und Westen zurück und siedelten südlich der Loire. Das bedeutet, dass vom 4. bis 8. Jahrhundert sich kaum kulturelle Aktivitäten entfalteten. Erst die karolingische Renaissance im späten 8. Jahrhundert entwickelte die Basis für eine abendländische Kultur, die wir Mittelalter nennen.

 

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