Religiöses Leben

Begarden

Eine mittelalterliche Sozialbewegung

Jede Gesellschaft schließt Menschen aus, weil sie anders sind oder nicht mithalten können. Opfer dieses Mechanismus sind Menschen mit psychischen Störungen. Wer krank wird, wird von anderen als Last empfunden. Es gibt auch immer wieder Menschen, die sich der Kranken und Armen annehmen. Die Botschaft Jesu motiviert in besonderer Weise dazu, gerade im Armen und im Kranken Jesus selbst erkennen.
Als im Mittelalter viele Menschen in die Städte zogen, gelang es den einen, als Handwerker und Kaufleute reich zu werden. Aber es entstand auch damals schon ein Proletariat. Um die Wende zum 14. Jahrhundert widmeten sich Männer und Frauen der Kranken und Armen, sie gründeten Hospize und gaben den Armen zu Essen. Im Rheinland und in den Niederlanden, zu denen das heutige Belgien gehört, wurde die Frauen Beginen und die Männer Begarden oder z.B. in Antwerpen Celliten genannt. Sie lebten in Gruppen zusammen. Als im 14. Jahrhundert die großen Pestepedemien besonders in den Städten wüteten, war es die innere spirituelle Kraft der Begarden, die sie bei den Kranken ausharren ließ. Sie versorgten und begruben sie. Viele der Brüder steckten sich an und manche Gemeinschaft wurde durch die Pest fast ausgelöscht. Die Stadtväter erkannten, wie wichtig der Dienst dieser Freiwilligen war und übertragen ihnen das Bestattungswesen. Bereits im Mittelalter gingen die Begarden mit dem psychisch kranken Menschen anders als die Gesellschaft um. Sie hatten erkannt, daß diese nicht von Dämonen besessen waren und nicht in Türme und Verließen wie Verbecher angekettet und hinter Gittern verschlossen werden mußten. Sie nahmen solche Menschen in ihre Hospize auf. Diese Tradition haben die Alexianer fortgeführt. Das ist ein Krankenpflegeorden, der aus der Bewegung der Begarden hervorgegangen ist und heute Krankenhäuser betreibt.

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