Religiöses Leben

Alexianer

Soziale Initiatve des Mittelalters

Dieser Krankenpflegeorden hat seinen Wurzeln in der mittelalterlichen Begarden-Bewegung. Wie Frauen sich im Mittelalter als Beginen zusammenschlossen, übernahmen auch Männer Dienste an Kranken und waren in den Pestzeiten des 14. Jahrhunderts diejenigen, die die Kranken versorgten und die Toten bestatteten. Sie nahmen sich auch der Menschen an, um die sich niemand kümmerte, die geistig Kranken. Da die Begarden Hospize betrieben und Ressourcen für die Armenspeisung brauchten, mußten sie ihrem Leben eine Form geben. Da sie aus einem christlichen Geist heraus handelten, wollten sie die Anerkennung der Kirchen. Sie entschieden sich für die Regel, die der nordafrikanische Bischof Augustinus entwickelt hatte und die im Mittelalter von vielen Gemeinschaften als Grundlage ihrer Lebensform gewählt wurde. Luther gehörte zu einem Orden, der sich die Augustinusregel zu eigen gemacht hatte.
Da Augustinus als gelehrter Bischof nicht als Identifikationsfigur für einen Orden dienen konnte, der sein Ideal in der praktischen Tätigkeit sieht und nicht im Bereich der Theologie, suchten die Begarden nach einem Vorbild und wählten den damals häufig verehrten Alexius. Fasziniert hat sie an diesem Mann, daß er auf ein großes Erbe und ein Leben als hochangesehener Bürger verzichtet hat. Er soll Sohn des römischen Senators Euphemianus gewesen sein. Am Tag seiner Hochzeit, es ist um das Jahr 400 herum, hört er einen Ruf, geht in den Osten und lebt in Edessa. Dort verschenkt er seine Habe und kümmert sich um die Armen. Er kehrt nach Rom zurück, sein Vater erkennt ihn in der abgerissenen Gestalt nicht wieder, nimmt ihn aber in sein Haus auf. Dort verrichtet er 17 Jahre lang niedere Dienste. Seine Kammer liegt unter einer Treppe. Als er stirbt, sollen die Glocken von Rom geläutet haben. Die Menschen hörten eine Stimme aus dem Himmel: „Sucht den Mann Gottes, damit er für Rom bete.“ Aus seinen Aufzeichnungen erkennt die Familie, daß sie ihn unerkannt beherbergt hat. Dieser Heilige ist wahrscheinlich deshalb für die Begarden so faszinierend gewesen, weil auch sie meist in der Stadt tätig waren, wo ihre Verwandten wohnten. Auch die Begarden hatten sich den einfachen Diensten verschrieben, wollten nicht in der Öffentlichkeit auftreten, brauchten aber zugleich die Unterstützung der Wohlhabenden, um den Armen zu Essen zu geben und die Kranken zu versorgen. Die heutigen Alexianer kümmern sich um die psychisch Kranken. Der heilige Alexius ist ihnen deshalb Vorbild, weil an seinem Leben deutlich wird, daß der unauffällige Dienst dem Wohl der Stadt dient.

 

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