Philosophie&Theologie

Inhaltsverzeichnis

Alleinseligmachende Kirche
Arianismus
Auferstehung Jesu
Böse, das - der Drache
Böse, das - der Brudermord
Böse, das - Begehren die Wurzel des Bösen
Böse, das - seine Darstellung
Böse, das - und das Gute
Böse, das - und Gottes Schöpfung
Böse, das - Überwindung
Christologische Streitigkeiten
Corpus Mysticum
Erbsünde und Augustinus
Erlöser
Freiheit
Freiheit und Entscheidung
Freiheit und Gott
Gegenwart Jesu
Glauben und Wissen
Gottesbeweise
Gottesbeweis aus der Freiheit
Gottesbeweis aus dem Gewissen
Gottesbeweis aus dem höchsten Gut
Gottesbeweis, kosmologischer
Gottesbeweis, ontologischer nach Gödel
Gottesbeweis aus der religiösen Erfahrung
Gottesbeweis aus der Wahrheit
Gottesknecht
Gottessohn
Hypostatische Union
Inkarnation
Jesus, der Sündenbock
Jesu Tod im Islam
Kirche-evangelisch-katholisch
Leib Jesu
Menschensohn
Menschwerdung Jesu
Messias - Christus
Monophysiten
Monotheletismus-Monergetismus
Nestorianer
Ontologischer Gottesbeweis
Person
Realpräsenz
Sohn Gottes
Theodizee
Zweinaturenlehre

 

 

 

 

 

Kirche, evangelisch - katholisch - orthodox

Sollen die Kirchen wieder zusammenwachsen und sich als eine verstehen? Oder sind die verschiedenen Konfessionen auf Dauer angelegt? Da sich keine Verständigung zwischen dem Kirchenverständnis abzeichnet, gibt es immer mehr Stimmen, die die Konfessionen in einem verständnisvollen Nebeneinander sehen. Man bekämpft sich nicht mehr, aber man vereinigt sich auch nicht. Diese Konzeption von Ökumene entspricht aber nicht dem ausdrücklichen Auftrag Jesu. Er mahnt seine Jünger, die Einheit zu bewahren. Aus dem Neuen Testament kann nicht abgelesen werden, dass es mehrere Kirchen geben soll. Wie kommen die Kirchen aber zu einer größeren Nähe, wie werden sie wieder „eine Kirche“, wenn sie ein so verschiedenes Verständnis von Kirche haben? Wenn die Bibel das Basisdokument aller Kirchen ist, dann muss man in der Bibel eine Antwort suchen.

Die evangelische Position: Kirche kommt aus dem Glauben
Die evangelische Theologie müsste eigentlich berufen sein, aus der Bibel heraus ein Verständnis von Kirche vorzulegen, auf das sich die katholische wie die orthodoxe Kirche hinbewegen müssten. Denn die Reformation entstand aus dem Grundimpuls, die Kirche wieder auf das Neue Testament zurückzuführen. Da die Reformation aus der Spannung mit einer stark institutionalisierten spätmittelalterlichen Kirche entstanden ist, wird sie bis heute von einer großen Skepsis gegenüber allem Institutionellen bestimmt. Luther betont, gegen die Institution Kirche, den Glauben des einzelnen. Dieser Glaube ist etwas Inneres, das erst einmal nichts mit der Kirche zu tun zu haben scheint. Von der Institution kann nur etwas Äußeres kommen, nämlich die Verkündigung des Wortes Gottes und die Sakramente. So begründet sich für den Protestantismus Kirche in der Notwendigkeit, dass das Wort Gottes verkündet und die Sakramente gespendet werden müssen. Die eigentliche Kirche entsteht im Inneren der Menschen, wenn sie zum Glauben kommen. In einem neueren Dokument stellt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) fest, dass das Kirchenverständnis aus dem Glaubensverständnis folgt. Je nachdem, wie das Zusammenspiel von menschlicher Suche nach Erlösung und dem Zuspruch Gottes interpretiert werde, entstehe die eine oder andere Konfession. Die evangelische Tradition lehne ausdrücklich ab, dass die Kirche „eine „Instanz der Heilsvermittlung“ sei. (s. Zitat Nr. ) Die Kirche ist etwas von Menschen zu Gestaltendes, die eigentliche Heilsvermittlung vollzieht sich im Inneren der zum Glauben Gekommenen. Diese bilden dann die wahre, jedoch unsichtbare Kirche. Die katholische Kirche setzt dem entgegen, dass die Kirche sehr wohl in der Verkündigung des Wortes und der Spendung der Sakramente „Heilsanstalt“ sei und beansprucht, dass Gott durch die Kirche wirkt. Denn nicht nur die Glaubenden sind geheiligt, auch die Kirche ist bei aller Sündhaftigkeit eine „heilige Institution“. Was sagt aber die Bibel selbst.

Kirche ist Volk Gottes
Die Kirche ist nicht einfach von den Aposteln gegründet, weil es nach dem Tod Jesu irgendwie weitergehen musste. Die Kirche kommt vom Volk Israel her. Gott hat sich dieses Volk erwählt und Jesus war zu diesem, Gottes Volk, gesandt. Auch wenn er von seinem Volk abgelehnt wurde, er hat seine Kirche auf dieses Volk aufgebaut. Die 12 Apostel sind nicht nur alle Juden gewesen, sie repräsentieren in ihrer Zwölfzahl die 12 Stämme des Volkes Israel. Paulus sagt deshalb, dass die Nicht-Juden, die zur Kirche gekommen sind, wie ein Ast in den Baum des Volkes Israel eingepfropft wurden. Wer also zum Glauben an Jesus als seinen Erlöser kommt, der wird durch die Taufe in dieses Volk Gottes eingegliedert.

Gott schließt einen Bund
Gott hat das jüdische Volk nicht einfach vereinnahmt, sondern mit ihm einen Bund geschlossen. Ein Bund jedoch setzt das Einverständnis der Bundespartner voraus. Basis des Bundes ist das Gesetz, auf das die Mitglieder des Bundes sich verpflichten. Dieser Bund, den Gott am Sinai mit seinem Volk geschlossen hat, wird immer wieder erneuert. Jesus erneuert diesen Bund. Im Abendsmahlssaal schließt Jesus mit dem Volk Gottes, repräsentiert durch die 12 Apostel, einen Neuen Bund. Dieser Bundesschluss wird im Zusammenhang mit dem Wort Jesu über den Wein überliefert.

Leib Christi
Die Kirche ist eng mit Jesus verbunden. Paulus gebraucht dafür das Bild des Leibes. Jesus ist das Haupt und leitet die Kirche, nicht zuerst durch den Papst und die Bischöfe, sondern durch den Heiligen Geist. In Bezug auf das Haupt sind die Gläubigen, nicht nur die Bischöfe und Priester, „Glieder des Leibes Christi.“
Diese Verbundenheit mit Jesus Christus wird durch die Feier der Eucharistie dargestellt, vertieft und immer wieder erneuert. Während die anderen Sakramente, Taufe, Bußsakrament, Firmung, Hochzeit, Weihe, Krankensalbung auf den einzelnen zielen, ist die Gemeinschaft der Glaubenden, ist die Kirche Thema der Eucharistie, denn die einzelnen kommen in dem Mahl zusammen. Die Eucharistie zeigt in besonderer Weise, dass die Kirche erst einmal mit Christus verbunden sein und bleiben muss. Erst dann entfaltet sie sich in ihre verschiedenen Aufgaben hinein. Die Eucharistie ist das Sakrament der Einheit.

Die Kirche entsteht aus dem Geist
Jesus hatte die zwölf Jünger stellvertretend für die 12 Stämme Israel ausgewählt und damit das Fundament der Kirche gelegt. „Wirklich“ ist die Kirche aber erst am Pfingstfest geworden, denn erst der Geist Gottes inspiriert die Apostel und gibt ihnen die Kraft, furchtlos von Jesus und seiner Auferstehung Zeugnis zu geben. Deshalb gilt Pfingsten als der eigentliche Geburtstag der Kirche.

Die Kirche ist apostolisch
Die Apostel haben im Auftrag Jesu am Pfingstfest begonnen, sein Evangelium zu verkünden. Sie werden Zeugen genannt, vor allem, weil ihnen der Auferstandene erschienen ist. Sie bezeugen, dass er, obwohl am Kreuz hingerichtet, lebt und vom Himmel aus herrscht. Ihr Zeugnis ist Basis der Kirche. Im Neuen Testament hat sich ihr Zeugnis, vor allem in den vier Evangelien, niedergeschlagen. Deshalb ist das Neue Testament das Basisdokument der Kirche. Auch wenn die Bischöfe von den Aposteln als ihre Nachfolger eingesetzt sind, können sie die ursprüngliche Verkündigung der Apostel nicht überholen, korrigieren. Das tut der Islam. Er kommt aus jüdisch-christlichen Wurzeln und korrigiert diese Tradition, indem er in Jesus nicht mehr den Sohn Gottes erkennt, sondern ihn zu einem Propheten herabstuft. Auch Mohamed ist nur ein Prophet.
Zum Neuen Testament ist zu sagen, dass es die Überlieferung der Apostel enthält, die die Predigt Jesu weiter gegeben haben. Die Evangelien sind also von Menschen geschrieben, unter dem Einfluss des Heiligen Geistes. Anders der Koran, der im Islam als direktes Wort Gottes gesehen wird, das nur in Arabisch richtig verstanden werden kann. Die Bischöfe wie die Theologen und überhaupt alle Gläubigen sind an die Überlieferung der Apostel gebunden. Den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel kommt eine Aufgabe zu, die sie nicht delegieren können: sie sollen für das Wort Gottes Zeugnis geben. Deshalb werden Bischöfe häufig mit einem Buch in der Hand dargestellt. Diese apostolische, bischöfliche Grundstruktur ist bereits im Neuen Testament belegt. Es sei nur auf die Paulusschüler Timotheus und Titus hingewiesen, die Paulus in Ephesus bzw. für Kreta einsetzt und zu deren Auftrag es gehört, „Älteste“ als Gemeindeleiter durch Handauflegung einzusetzen. In dieser apostolischen Grundstruktur liegt der entscheidende theologische Dissens zwischen Katholiken und Protestanten.

Kirche in der Theologie der Orthodoxie
Das Programm „Orthodox“, das die Kirchen des Ostens in ihrem Namen haben, lässt sie an der ursprünglichen Struktur der Kirche noch entschiedener festhalten. Da die Orthodoxie zwar Patriarchen kennt, den von Konstantinopel, den von Alexandrien, den Papst der Kopten, den von Patriarchen von Moskau, setzt sie mehr als die katholische Kirche auf das Bischofsamt, denn die Patriarchen haben in den orthodoxen Kirchen nicht die bestimmende Funktion wie der Papst, der „Patriarch des Westens“, in der katholischen. Die Orthodoxie ist mit der katholischen Kirche über eine theologische Dialogkommission in ständigem Gespräch. Hier wurde Übereinstimmung in der Frage der apostolischen Grundstruktur der Kirche gefunden, der Wille zu einer einzigen Kirche Jesu Christi bekundet. Strittig ist die Rolle des Papstes, der von der Orthodoxie als „Erster“ unter den Patriarchen, jedoch nicht mit den Rechten, die er in der katholischen Kirche ausübt, anerkannt wird. (Zitate aus einem Dokument der Dialogkommission s.u.)


Zitate

Evangelische Kirche
Die Spannung zwischen dem Glauben als menschlichem Suchen und dem Vertrauen auf das Geschenk göttlicher Güte prägt jedes christliche Kirchenverständnis. Unterschiedliche konfessionelle Profile ergeben sich daraus, welche Konsequenzen aus dieser Spannung für die sichtbare, von Menschen zu gestaltende Kirche gezogen werden. Im evangelischen Verständnis wird diese Spannung nicht in ein Verständnis der Kirche als Instanz der Heilsvermittlung hinein aufgelöst, die selbst als Institution Gottes Gegenwart und Güte verbürgt.
Kirche der Freiheit, S. 32 http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf

Die Kirche kommt vom Volk Israel
Paulus vergleicht im Brief an die Römer Israel mit einem Ölbaum, in den die aus dem Heidentum kommenden Christen eingepfropft sind:
Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehörigen meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen zu retten. Denn wenn schon ihre Verwerfung für die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod. Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist es auch der ganze Teig; ist die Wurzel heilig, so sind es auch die Zweige. Wenn aber einige Zweige herausgebrochen wurden und wenn du als Zweig vom wilden Ölbaum in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest und damit Anteil erhieltest an der Kraft seiner Wurzel, so erhebe dich nicht über die anderen Zweige. Wenn du es aber tust, sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich. Nun wirst du sagen: Die Zweige wurden doch herausgebrochen, damit ich eingepfropft werde. Gewiss, sie wurden herausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Du aber stehst an ihrer Stelle, weil du glaubst. Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte dich! Hat Gott die Zweige, die von Natur zum edlen Baum gehören, nicht verschont, so wird er auch dich nicht verschonen. Erkenne die Güte Gottes und seine Strenge! Die Strenge gegen jene, die gefallen sind, Gottes Güte aber gegen dich, sofern du in seiner Güte bleibst; sonst wirst auch du herausgehauen werden. Ebenso werden auch jene, wenn sie nicht am Unglauben fest halten, wieder eingepfropft werden; denn Gott hat die Macht, sie wieder einzupfropfen.
Wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgehauen und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest, dann werden erst recht sie als die von Natur zugehörigen Zweige ihrem eigenen Ölbaum wieder eingepfropft werden.
Damit ihr euch nicht auf eigene Einsicht verlasst, Brüder, sollt ihr dieses Geheimnis wissen: Verstockung liegt auf einem Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl das Heil erlangt haben; dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es in der Schrift heißt: Der Retter wird aus Zion kommen, er wird alle Gottlosigkeit von Jakob entfernen. Das ist der Bund, den ich ihnen gewähre, wenn ich ihre Sünden wegnehme.
Römerbrief 11,13-27

Leib Christi
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.
Epheserbrief 1,17-23

Christus ist das Haupt der Kirche
Die Autorität der Kirche kommt von ihrem Herrn und Haupt, Jesus Christus. Christus, der
seine Autorität von Gott dem Vater erhalten hat, teilte sie nach seiner Auferstehung durch den Heiligen Geist den Aposteln mit (vgl. Joh 20,22). Durch die Apostel wurde sie den Bischöfen, ihren Nachfolgern, übermittelt und durch sie der gesamten Kirche. Jesus Christus unser Herr übte diese Autorität auf verschiedene Weisen aus, wodurch sich das Reich Gottes bis zu seiner eschatologischen Vollendung (vgl. 1 Kor 15,24-28) in der Welt
kundtut: durch Lehren (vgl. Mt 5,2; Lk 5,3), durch Wunderwirken (vgl. Mk 1,30-34; Mt 14,35-36), durch Austreiben von unreinen Geistern (vgl. Mk 1,27; Lk 4,35-36), in der Vergebung von Sünden (vgl. Mk 2,10; Lk 5,24) und dadurch, dass er seine Jünger auf den Wegen der Erlösung führt (vgl. Mt 16,24). In Übereinstimmung mit dem von Christus erhaltenen Auftrag (vgl. Mt 28,18-20) schließt die Ausübung der Autorität, die den Aposteln und später den Bischöfen eigen ist, die Verkündigung und Lehre des Evangeliums, Heiligung durch die Sakramente, die im Namen der Dreifaltigkeit gespendet werden, und die pastorale Leitung derjenigen, die glauben, ein (vgl. Lk 10,16).
Nr. 12 der orthodox-katholischen Dialogkommission 2007 http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=167506


Neuer Bund
Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Lukas 22, 19-20

Der Geist Jesu
Wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben. Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. Epheserbrief 1,12-14

Apostel – Bischöfe

Sendung der Apostel
Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Matthäus 28,16-20

Aufgaben des Bischofs
Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit. Lies ihnen eifrig (aus der Schrift) vor, ermahne und belehre sie, bis ich komme. Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten. Dafür sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit allen deine Fortschritte offenbar werden. Achte auf dich selbst und auf die Lehre; halte daran fest! Wenn du das tust, rettest du dich und alle, die auf dich hören.
1. Brief an Timotheus 4,12-16, Timotheus wird nicht Apostel genannt, sondern „Episkopus“, Bischof

Im Verkündigen des Glaubens der Kirche und im Klären der Normen christlicher Lebensführung haben die Bischöfe aufgrund göttlicher Einsetzung eine besondere Aufgabe.
Als Nachfolger der Apostel sind die Bischöfe für die Gemeinschaft (Communio) im apostolischen Glauben und für die Treue zu den Forderungen eines Lebens nach dem Evangelium verantwortlich.
Nr. 8 des Dokuments der orthodox- katholischen Dialogkommission

Der Bischof und die Ältesten
Ä lteste, die das Amt des Vorstehers gut versehen, verdienen doppelte Anerkennung, besonders solche, die sich mit ganzer Kraft dem Wort und der Lehre widmen. Denn die Schrift sagt: Du sollst dem Ochsen zum Dreschen keinen Maulkorb anlegen, und: Wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Nimm gegen einen Ältesten keine Klage an, außer wenn zwei oder drei Zeugen sie bekräftigen. Wenn sich einer verfehlt, so weise ihn in Gegenwart aller zurecht, damit auch die anderen sich fürchten. Ich beschwöre dich bei Gott, bei Christus Jesus und bei den auserwählten Engeln: Befolge dies alles ohne Vorurteil und vermeide jede Bevorzugung! Lege keinem vorschnell die Hände auf und mach dich nicht mitschuldig an fremden Sünden; bewahre dich rein!
1. Timotheus 5, 17-22, Für die Ältesten, das wären heute die Pfarrer, hat der Bischof eine Art richterliche Funktion.

Apostel und Heilige Schrift
Die Schrift ist das offenbarte Wort Gottes, wie die Kirche es durch den in ihr gegenwärtigen und aktiven Heiligen Geist in der lebendigen, von den Aposteln empfangenen Tradition, erkannt hat. Nr. 15 der orthodox-katholischen Dialogkommission 2007

Eckhard Bieger S.J.

 


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