Medien und Öffentlichkeit

Medienpastoral

Medien als Bestandteil der Seeslorge

Pastoral ist die Theorie und Konzeption der Seelsorge, das Wort leitet sich vom lateinischen Hirtenbegriff her. Warum Medien integraler Bestandteil einer Pastoral sein müssen, erläutert Ludger Verst:
Die Probleme der Kirche im Umgang mit kritischer Öffentlichkeit, die Umständlichkeit ihrer Auftritte und ihre mangelhafte publizistische Präsenz auf der mittleren und unteren Organisationsebene dürften nicht zuletzt durch ein grundsätzliches pastoralplanerisches Defizit verursacht sein: durch das Fehlen einer in der Pastoral verankerten Medienpraxis. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit erscheinen insgesamt als strategischer Annex zum Eigentlichen der Kirche, ihrer Seelsorge. Die Nachrangigkeit und weitgehende Beliebigkeit des publizistischen Engagements erklärt sich dadurch, dass dieses Engagement selbst (noch) nicht als Teil eines umfassenden Verständnisses von Pastoral begriffen wird. Die Kommunikation des Evangeliums Jesu Christi, Beratung und Katechese sind aber in einer Medien rezipierenden, nachchristlichen Gesellschaft nur so erfolgreich, wie sie selbst zwar nicht ausschließlich, aber doch selbstverständlich durch Medien geschehen und in den gewachsenen Lebensräumen einer Stadt, eines Bezirks oder einer Region, also vornehmlich in lokalen Medien, präsent sind.
Medienpastoral ist Evangelisierung mit Medien. Evangelisierung ist in der kirchlichen Theorie und Praxis inzwischen ein Schlüsselwort geworden. Für den katholischen Bereich bezeichnet das Apostolische Schreiben „Evangelii nuntiandi“ (1975) damit die Dynamik, „die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluss von innen her umzuwandeln“ (Nr. 18).
Medienpastoral in mobiler Gesellschaft bedeutet daher: Heraus aus dem Muster einer überraschungssicheren Kirche der Insider und hinein in die Passage, dorthin, wo gerade Publikum ist. Im ursprünglichen Sinn „auf Sendung sein“, so dass aus der Bot-schaft Kund-schaft werden kann: in den Straßencafés und Wohnsilos, vor dem City-Center, in der U-Bahn, „auf dem Marktplatz mit den zufällig Anwesenden“ (Apostelgeschichte 17,17) – getreu dem Motto: „Kommt her und seht, dann geht und sagt!“: Passantenkirche sozusagen.
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