Medien und Öffentlichkeit

Medien&Öffentlichkeit

Internet und Zeitung

Das Internet lebt von der Zeitung – das meiste, was aktuell im Internet zu finden ist, stammt von Zeitungsredaktionen. Die Onlineausgabe einer Zeitung muss, im Unterschied zur einmal täglich erscheinenden Printausgabe, mehrfach am Tag aktualisiert werden. Eine mehrfache erscheinungsweise der Zeitung gab es noch im 20.Jahrhundert. Als das Radio noch nicht so weit verbreitet war, erschienen Zeitungen mit einer Morgen-, einer Mittags- und Abendausgabe.
Die Zeitung ist von ihren Anfängen an ein wichtiger Werbeträger gewesen, die aktuellen Preise für Getreide, Metalle u.a. standen am Ursprung. Da die Kaufleute auch die Nachrichten mitbrachten, ist die Zeitung von Anfang an mit dem Handel verbunden. Die Zeitung finanziert sich zum größeren Teil durch Werbung, vor allem durch die Rubrikanzeigen, Stellenmarkt, Gebrauchtwagenmarkt, Immobilien, Mietwohnungen und Ferienunterkünfte als bezahlte Kleinanzeigen machen die finanzielle Basis der Zeitung aus. Diese Interessen kann das Internet mit seiner Suchfunktion sehr viel besser bedienen. Zudem ist die Veröffentlichung einer Anzeige im Internet sehr viel preiswerter als in der Zeitung. Um eine Wohnung zu vermieten, muss die Anzeige in der Zeitung je nach Auflage hunderttausendmal und mehr gedruckt werden, im Internet kosten neben den technischen Kosten, die Anzeige online zu stellen nur noch die Zugriffe.

Damit ist das Internet zur Bedrohung für die Finanzierung von Zeitungen geworden, das aber nicht ohne Schuld der Zeitungen. Diese haben Ende der neunziger Jahre nicht erkannt, wo die Stärken des Netzes liegen. Sie haben das neue Medium unterschätzt, weil die meisten Stellensuchenden, Käufer eines Gebrauchtwagens, Urlauber noch nicht gewohnt waren, im Netz nach günstigen Angeboten zu suchen. Hätten die Zeitungen damals eine Kleinanzeige, ob eine Stellenausschreibungen oder eine Mietwohnung zugleich ins Netz gestellt, wären sie heute finanziell gesichert. Stattdessen haben Studenten die Software für Mietwohnungen, Stellenausschreibungen oder Gebrauchtwagen entwickelt, die entsprechenden Plattformen haben heute einen Milliardenwert.

Eckhard Bieger

© www.kath.de

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