Reisen&Wandern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Fernwandern - Tipps
Tipps - Abschätzung der Entfernungen
Tipps - Buchen der Unterkunft
Tipps - Schuhkauf
Tipps - Schuhauswahl für Rucksackwanderungen

Tipps - Schuhe schnüren
Tipps - Lederpflege

Tipps - Schwitzen in den Wanderschuhen
Tipps - Wanderschuhe und Blasen
Tipps - Gepäck
Tipps - Reiseapotheke
Tipps - Sonnenbrand
Tipps - Trinken
Jakobsweg Lahn-Camino
Übernachten auf dem Jakobsweg
Wandern-Essen-Abnehmen
Wandern in Frankreich

Wandern in Frankreich: Karten
Wandern in Frankreich-Unterbringung

 

 

 

 

Übernachten auf dem Jakobsweg

„Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben…“


http://vg07.met.vgwort.de/na/4e29aadcdce840de8f1d9bb62cf490b8Nicht zuletzt durch das Medienecho auf Hape Kerkelings Tagebuch „Ich bin dann mal weg“, das mittlerweile in vielen Sprachen erschienen ist, pilgern immer mehr Menschen auf dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Galicien. Die Pilgerherbergen und Gastwirte in den Orten auf dem Weg sind daher besonders in den Ferienmonaten Juli und August mit dem hohen Andrang häufig überlastet.

Camino de Santiago 2009 208
Matthias Alexander Schmidt auf dem Jakobsweg,
an der Grenze zu Galicien, am O Cebreiro
Foto: Matthias A. Schmidt
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Überfüllte Herbergen

Da die Pilger auf die Unterbringung und Verköstigung angewiesen sind, treiben viele Gastwirte das Verhältnis zwischen Qualität und Preis in die Höhe. Das gilt vor allem für den Camino Francés, der mehr im Landesinneren verläuft. Der Weg an der Atlantikküste, der Camino de la Costa, ist nicht so überfüllt.

Herbergen im Sinne des Evangeliums

Nur vereinzelt findet man heute Unterkünfte, die in mittelalterlicher Tradition den Pilger kostenlos oder gegen Spende nächtigen lassen. Im Mittelalter fühlten sich die Menschen in den Orten auf dem Jakobsweg durch den Besuch der Pilger geehrt.
 
Aus Nächstenliebe und Respekt vor der frommen Anstrengung nahmen sie die Pilger bei sich auf und handelten so im Sinne des Evangeliums: „Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35).

Tipps zur Unterbringung

Man stößt besonders auf der letzten Teilstrecke nur selten auf Herbergsleiter und Gastwirte, die in diesem traditionell christlichen Sinne den Pilgern ihre Dienste zur Verfügung stellen.

Daher zwei praktische Tipps für gute und günstige Herbergen:

    •    Früh aufstehen:
Wer gegen 6:30 Uhr losgeht und nur wenige oder kurze Pausen macht, kommt schon gegen Mittag am jeweiligen Tagesziel an bekommt einen Schlafplatz in der gewünschten Herberge. Dann ist auch genügend Zeit auszuruhen und eine Gaststätte für das Abendessen zu finden.

    •    Draußen schlafen
Im Sommer kann man durchaus im Freien übernachten. Wer nicht auf ein Bett angewiesen sein will, braucht nur eine Matte oder eine Luftmatratze. Den Schlafsack hat man sowieso dabei.

    •    Guter Reiseführer:
Hilfreich sind Reiseführer, die Informationen über Pilgerherbergen bieten. Details über Zustand und Größe der Herbergen helfen den Pilgern bei der Entscheidung.
Etwas kostengünstiger sind in der Regel die öffentlichen, meist kirchlichen Herbergen. Sie funktionieren teilweise noch auf Spendenbasis. Die meisten Privatherbergen bieten ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis. Am besten wählt man anhand der Tipps aus dem Reiseführer eine ansprechende Herberge aus.


Eine Beobachtung:
Pilgern – wirklich, oder mit dem Taxi
Das Pilgerbüro in Santiago de Compostela stellt allen Pilgern, die die letzten 100 Kilometer bis zum Ziel tatsächlich zu Fuß zurückgelegt haben und dies durch Stempel in ihrem Pilgerausweis nachweisen können, eine kirchlich anerkannte Urkunde (sog. „Compostela“) aus. Viele junge Spanier pilgern nach Santiago, um die Compostela anschließend in ihren Lebenslauf einfügen zu können.



Buen camino!


Matthias Alexander Schmidt


Artikeldatum: September 2009
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