Das Vatikan-Glossar

Autor: Werner Kaltefleiter // Quellen
zur aktuellen Nachrichtenübersicht auf www.kath.de

Insignien

Von lat.: Auszeichnungen. Äussere Zeichen der geistlichen Würde eines kirchlichen Amtsinhabers. In früher Zeit waren liturgische Gewänder unbekannt. Priester trugen ihre Alltagskleidung. In Rom die Tunika, ein langes weisses Unterkleid (später Alba), die Pänula, ein ärmelloses Oberkleid (allgemein von brauner oder violetter Farbe – später Messgewand, Kasel), später dazu die Stola (Priester und Dikakone tragen, wie der Bischof, die Stola, einen schmalen über die Schultern fallenden Schal, häufig mit Ornamenten geschmückt) Hinzu kam vor der Liturgiereform das Manipel (ein Schweisstuch, am Handgelenk getragen).

Bei Bischöfen (also auch dem Papst als Bischof von Rom, heissen die den liturgischen Stand kennzeichnenden Abzeichen Pontifikalien: z.B. Thron, Pileolus (Scheitelkäppchen, bei Bischöfen violett, bei Kardinälen scharlachrot, beim Papst weiß), Mitra (spitz zulaufende Kopfbedeckung), Annulus pontificalis, (Fischerring, erstmals 1265 in einem Brief von Clemens IV. erwähnt. Vom Papst als Siegel benutzt. Zeigt das Bild des Petrus im Fischerboot sowie den Namenszug des Papstes. Gekrümmter Bischofsstab (für den Papst gerader Hirtenstab, die „ferula“) und Brustkreuz („pectorale“). Als bischöfliche Insignien bezeichnete bereits die Synode von Toledo (633) Ring und Stab.

Der Erzbischof (also auch der Papst) trägt zusätzlich während der feierlichen Pontifikalmesse das Pallium. (ein um Hals und Schulter gelegtes weisses Band aus der Wolle von Lämmern, mit schwarzen – früher roten - Kreuzen geziert, vorn und hinten verlängert. Es hat vor der Verleihung auf dem Grab des Petrus gelegen, also eine „Berührungsreliquie“. Symbol für das Hirtenamt von Papst und Bischöfen). Zunächst von den Bischöfen des Orients getragen und später vom Westen übernommen, vom Papst den Metropoliten und Erzbischöfen verliehen.

Der Papst trägt einen roten Mantel und einen roten Hut. Die Bischofsmitra ist erst sei dem 12. Jahrhundert bekannt, die Papst-Tiara in der ursprünglichen Form (weisse, helmartige Kegelmütze in Konus-Form schon seit dem 7./8. Jahrhundert. Tiara und Mitra, gehen, nach unterschiedlicher wissenschaftlicher Auffassung auf das alttestamentliche camelaucum zurück. Kopfbedeckung der alttestamentlichen Priesterschaft, der Könige, Kaiser, des Klerus und der Mönche, der Krieger und Gelehrten zurück. Vermutlich schon im 4. Jh. von Kaiser Konstantin dem Grossen den Bischöfen verliehen. Erwähnung findet das camelaucum als Kopfbedeckung des syrischen Papstes Konstantin I. (708-715) Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert kommt ein edelsteinbesetzter Kronreif hinzu. Die dreifache Krone existiert erst seit dem 14. Jh. (vgl. Bernhard Sirch: Der Ursprung der bischöflichen Mitra und päpstlichen Tiara. EOS Verlag der Erzabtei St. Ottilien, 1975.)

Die Tiara, die dreifache Krone, ist ein ausserliturgisches Symbol einstiger weltlicher Macht. Am 13. 11. 64 legt Paul VI. die Tiara ab und “schenkt sie den Armen der Welt.” (von dem New Yorker Kardinal Francis Spellman für die amerikanischen Katholiken ersteigert. Der Erlös geht Menschen in Not zu. Die Tiara wird in der Kathedrale in Washington aufbewahrt).

1965, zum Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, kehrt Paul VI. zum Kreuzstab zurück, den gerade gestellten Hirtenstab, (Ferula) anstelle des bischöflichen Krummstabes. Zum ersten Mal bei der Schlussfeier am 8. 12.1965 benutzt. Seit dem 7. Jh. ist der Krummstab Zeichen des Hirtenamtes für Bischöfe der westl. Kirche, dem Papst als obersten Hirten der Kirche wurde der Kreuzstab von Diakonen vorangetragen und vom Papst nur bei liturgischen Handlungen selbst in die Hand genommen.

 

 

Begriff anklicken

Ad limina
Aggiornamento
Apostel
Apostolische Kammer
Apostolische Konstitution
Apostolische Sukzession
Apostolischer Palast
Apostolischer Segen
Apostolischer Stuhl
Audienzhalle "Paul VI."
Basilika
Basilika Santa Maria Maggiore
Bischof
Bischofskonferenz
Bulle
Camerlengo
Campagi
Campo Santo Teutonico
Castelgandolfo
Collegium Germanicum
Deutsche Päpste
Diakon
Dikasterium
Dogma
Engelsburg
Enzyklika
Eucharistie
Ex cathedra
Ferula
Fischerring
Heiliges Jahr
Hierarchie
Inquisition
Insignien
Inthronisation
Investiturstreit
Jesuiten
Johannes Paul II.
Jurisdiktionsprimat
Kardinal
Kardinalsfamilie
Kardinalshut
Kardinalspurpur
Kardinalstaatssekretär
Kardinalvollversammlung
Katakomben
Kathedra
Katholizismus
Kirche, Katholische Kirche
Kirchenstaat
Kolosseum
Kongregation
Kongregation für die Glaubenslehre
Konklave
Konkordat
Konsistorium
Konstantin
Konzil
Kurie
Kurienreform
Lateran - Lateranpalast/basilika
Lateranverträge
Liturgie
Liturgische Kleidung
Messe
Metropolit
Mitra
Mode - Kleriker-Bekleidung
Monsignore
Motu proprio
Novene
Nuntius
Ökumene
Orden
Osservatore Romano
Papstwahl
Päpstliche Insignien
Päpstliche Nobelgarde
Päpstliche Polizei
Päpstlicher Leibarzt
Päpstlicher Privatsekretär
Päpstlicher Segen
Päpstliches Geheimnis
Päpstliches Haus
Pallium
Papst-Kleidung
Papst
Papstamt
Papst-Emblem
Papst-Hymne
Papstliste
Papstmesse
Papstnamen
Papstorden
Papstschneider
Papstverzicht
Passetto
Patriarch
Personalprälatur
Petersdom - St. Peter
Peterspfennig
Petersplatz:
Petrus und Paulus
Petrusamt
Petrusgrab
Pontifikalschuhe
Prälat
Priester
Primat
Prozession
Radio Vatikan
Reliquie
Requiem
Resignation
Römische Kurie
Rom
Sagrato
Sakramente
Schlüsselgewalt
Schwarzer Adel
Schweizer Garde
Sedia gestatoria
Sedisvakanz
Segnung
Selige
Sepulcrum
Simonie
Sixtinische Kapelle
Staatssekretariat
Stundengebet/Brevier
Suburbikarische Bistümer
Synode
Theologie
Tiara
Titelkirche
Titularbischof
Unfehlbarkeit
Urbi et orbi
Vatikan
Vatikanische Grotten
Vatikanische Staatsflagge
Vatikanpost
Vigilanza, Corpo di
Zingulum, Cingulum
Zölibat
Zucchetto
Zweites Vatikanisches Konzil