Caritas-Lexikon

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Inhaltsverzeichnis

Palliativstation in Mannheim

Der Begriff:

Eine Palliativstation ist eine stationäre Einrichtung (im Gegensatz zur ambulanter Pflege) die Menschen mit nicht heilbaren Krankheiten aufnimmt. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin definiert Palliativmedizin als die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung, für die das Hauptziel der Behandlung die Lebensqualität ist. ' Palliare ' bedeutet, den Mantel um jemanden breiten, also einem Menschen Schutz und Wärme geben und kann auch „lindern“ bedeuten .

   Im Interview: Beate Köhler,
   Leiterin des St. Vincent Hospiz in Mannheim.

Palliativ ist eine Behandlung, deren Sinn die Linderung von Leiden ist, im Gegensatz zu kurativ für heilende Behandlung und prophylaktisch für vorbeugende Behandlung.

Wer ist davon betroffen:

Kurzzeitpflege in MannheimDa die Gesellschaft überaltert und der Zeitpunkt eines Eintrittes in ein Seniorenzentrum immer später erfolgt, hat sich eine Entwicklung ergeben, wonach rund ein Drittel der Bewohner eines Altenheimes innerhalb des ersten Jahres nach dem Einzug sterben.
Tod und Krankheit sind ein Tabuthema und in der Gesellschaft oftmals verdrängt. Aber aus einer christlichen Motivation heraus ist er der letzte Teil des Lebens, vielleicht sogar der intensivste, aber auch der schwierigste. Er ist verbunden mit Fragen, Ängsten und vor allem mit Hoffnung. Der Sterbende ist in dieser letzten Phase seines Lebens angewiesen auf die Respektierung seiner Menschenwürde und auf die Solidarität und den Zuspruch seiner Angehörigen und Freunde. Umfassende palliativmedizinische Betreuung , ob ambulant, im Krankenhaus oder in speziellen Hospizen ermöglicht es, diese letzte Phase des Lebens intensiv zu gestalten und befähigt die Betroffenen, Abschied zu nehmen. Ein Sterben in Würde möglich zu machen ist das Ziel der Palliativen Betreuung. Viele Menschen äußern den Wunsch, zuhause zu sterben. Dennoch sterben jährlich über 600.000 Menschen in Krankenhäusern, das sind ca. 70% der Todesfälle. Oftmals sind die Angehörigen überfordert mit der Situation, den Sterbenden zuhause zu begleiten.

Wer ist davon betroffen:

Nach dem Robert Koch Institut lässt sich die demografische Entwicklung der über 80-Jährigen wie folgt darstellen: 1960 1,2 Mill., 1980 2,1 Mill., 1998 2,9 Mill., 2020 5,3 Mill. Durch diese demographische Entwicklung ist mit einem Anstieg der unheilbaren Krebserkrankungen zu rechnen.
Der Bedarf an Palliativbetten liegt Pro 1 Mill. Einwohner bei 30 Palliativ + 20 Hospizbetten = 50 Betten, davon verwirklicht in BRD 21,5 Betten. Personeller Bedarf: 1,4 Pflegkräfte pro Bett, 1 Arztstelle für 8-10 Betten. (Diese Zahlen beziehen sich auf: )

Christliche Motivation:

Kurzzeitpflege in MannheimDie christliche Motivation ist es, den Sterbenden oder unheilbar Kranken auf seinem letzten Weg nicht alleine zu lassen. Es geht darum ihn zu unterstützen, zu pflegen und zu begleiten. Dabei haben die Wünsche des Sterbenden aber immer oberste Priorität.
Hospizarbeit umfasst die persönliche Zuwendung zum Sterbenden und der Familien, Angehörigen und Freunde sowie eine Pflege, die auf die individuellen Ansprüche und Wünsche eingeht. Akute Symptome, die oft auf dem letzen Weg auftreten, wie Übelkeit, Angst, Schmerzen, Atemnot, Erbrechen und andere Symptome werden gelindert. Die Hospizgäste und deren Angehörige werden seelsorglich darin unterstützt, Abschied zu nehmen und in der letzten Lebensphase die größtmögliche Lebensqualität zu erleben.

Konkrete Problemlösung in Mannheim:

Im Mannheimer Caritasverband e.V. gibt es das Hospiz Sankt Vincent (LINK). Dort stehen behindertengerechte Einzelzimmer mit Nasszelle zur Verfügung. Ziel der Einrichtung ist es, den Gästen ihren eigenen Lebensrhythmus und ihre eigenen Lebensgewohnheiten zu ermöglichen. Angehörige und Freunde können im St. Vincent übernachten und es kann gemeinsam gegessen werden. Das Haus verfügt über einen Garten, eine Kapelle und einen Raum der Begegnung. Die Aufnahme in das Hospiz erfolgt auf Wunsch des Hospizgastes, wenn die Erkrankung weder geheilt oder zum Stillstand gebracht werden kann.

Maßnahmen, um die Menschenwürde auch im letzten Lebensabschnitt zu stärken sind:
Akzeptanz des Todes als einem Teil des Lebens
• Ausbau der Palliativmedizin
• Gesetzliche Arbeitsplatzgarantie für pflegende Angehörige* ( Hospizkarenz)
• Ausbau der Hospizbewegung
• Palliativmedizin als Pflicht- und Prüfungsfach für Medezinstudenten
• Eigene Palliativstationen an den Unikliniken für Medizinstudenten:


LINKS:

http://www.caritas-mannheim.de/39526.html

Videos zum Thema:

Stephan Sahm - Chefarzt Ketteler Krankenhaus
Schwester Christina - Hospiz Sankt Katharina
Sabine Kistner über das Abschiednehmen



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